Durch Ableitung vom ersten Axiom gelangen wir in den Besitz des zweiten. Um dem Befehl „Überlebe“ zu gehorchen, nahm das Leben die Form der Zelle an, die sich mit anderen Zellen zusammenschloß und somit eine Kolonie bildete. Die Zelle erweiterte die Kolonie, indem sie sich vermehrte. Die Kolonie vermehrte sich und formte dadurch weitere Kolonien. Kolonien unterschiedlicher Typen vereinigten sich, und Notwendigkeit, Mutation und natürliche Auslese führten zur Spezialisierung, die die Kolonien immer komplexer werden ließ, bis schließlich ein Gebilde daraus wurde, das eine ganze Ansammlung von Kolonien darstellt. Die Probleme einer solchen Kolonienansammlung waren die Ernährung, der Schutz und die Fortpflanzung. Auf verschiedene Arten entstand aus einer Kolonienansammlung der Zellen eine standardisierte Einheit, und jede höherentwickelte Kolonienansammlung kam durch Notwendigkeit, Mutation und natürliche Auslese in den Besitz eines zentralen Kontrollsystems.Das Ziel dieser Ansammlung war das Überleben. Voraussetzungen dafür waren Nahrung sowie Mittel der Verteidigung, des Schutzes und der Fortpflanzung. Das neu entstandene Kontrollzentrum hatte als seinen ursprünglichen Befehl: Überlebe! Sein Hauptzweck war Nahrung, Verteidigung, Schutz und Mittel der Fortpflanzung.
Daher kann als zweites praktisch anwendbares Axiom festgehalten werden:
Der Zweck des Verstandes ist, mit dem Überleben zusammenhängende Probleme zu lösen.
Der äußerste Erfolg des Organismus, seiner Art oder des Lebens wäre in seinem unvorstellbaren Extrem die Unsterblichkeit. Das endgültige Scheitern darin, dem Gesetz Überlebe zu gehorchen, wäre der Tod. Zwischen dem ewigen Überleben und dem Tod liegen unzählige Zwischenstufen. Im mittleren Bereich einer solchen Skala befände sich das bloße Existieren, in dem es weder die Hoffnung auf viel Erfolg noch die Furcht vor dem Scheitern gibt. Unterhalb dieser Zone lägen, stufenmäßig angeordnet, zahllose kleine Irrtümer, Unfälle und Verluste, von denen jeder dazu beitrüge, die Aussichten auf das Erreichen des höchsten Zieles zu vermindern. Oberhalb des mittleren Bereiches wären die kleinen Erfolge, Anerkennungen und Triumphe anzusiedeln, die dazu beitragen, das begehrenswerte Ziel zu erreichen.
Axiomatisch kann also gesagt werden, daß der Verstand bei all seinen Aktivitäten einem zentralen Grundbefehl gehorcht – Überlebe – und daß er den Organismus dabei leitet oder beaufsichtigt, mit seinen Anstrengungen das höchste Ziel des einzelnen, der Art oder des Lebens zu erreichen und für den einzelnen, die Art oder das Leben alles zu vermeiden, was auf das endgültige Versagen hinzielt. Also erhalten wir folgendes Axiom:
Der Verstand steuert den Organismus, die Art, ihre Symbionten oder das Leben bei dem Bestreben zu überleben.
Ein Studium des Gebietes der Evolution deutet darauf hin, daß das einzige Kriterium für einen Organismus das Überleben war und sein wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Organismus in seinen täglichen Aktivitäten oder im Hinblick auf das Leben der Art betrachtet. Man wird entdecken, daß keine Handlung des Organismus außerhalb des Orientierungsrahmens des Überlebens liegt. Denn der Organismus handelt in seiner Umgebung auf der Grundlage empfangener bzw. gespeicherter Informationen, und Irrtümer oder Fehlschläge ändern nichts an der Tatsache, daß sein grundlegender Impuls durch Überleben motiviert war.
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(Zur Illustration vereinfacht)Wir können demnach das nächste Axiom formulieren:
Der Verstand als das zentrale Steuerungssystem des Körpers stellt Probleme des Überlebens, nimmt sie wahr und löst sie, und er lenkt ihre Bewältigung oder versagt darin.
Da es viele Organismen innerhalb derselben Art gibt, die alle versuchen, dasselbe Ziel zu erreichen, da es viele Arten gibt und auch Materie selbst in der einen oder anderen Einzelform zu überleben versucht, entstehen notwendigerweise Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen Individuen derselben Art, zwischen Arten oder zwischen Einheiten von Materie. Arten können nicht überleben, wenn sie nicht in erster Linie an sich selbst interessiert sind. Natürliche Auslese und andere Gründe haben die folgende Hauptregel für das Überleben festgelegt: Daß die Einheit so lange wie möglich als Einheit am Leben bleiben soll, und daß durch Zusammenschluß und Fortpflanzung die Art als eine Art am Leben bleiben soll. An ihren Symbionten hat die Einheit oder die Art ein zweitrangiges Interesse, und ein drittrangiges an der leblosen Materie. Da dies offenbar die brauchbarste Lösung ist, bewahrt die natürliche Auslese diejenigen Arten am besten, die dieser allgemeinen Verhaltensregel folgen. Und die Symbionten einer erfolgreichen Art haben aus diesem Grund erhöhte Überlebenschancen.
Der erfolgreichste Organismus, der gegenwärtig – zumindest auf diesem Planeten – existiert, ist der Mensch. Im Augenblick ist er der Gewinner im ewigen kosmischen Wahlvorgang, der möglicherweise den Denker des neuen Gedankens auswählen wird.
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