Es schien mir, daß, falls Moleküle eine gewisse Anzahl Löcher hätten, Erinnerung vielleicht in den Löchern der Moleküle gespeichert sein könnte. Zumindest war das vernünftiger als die Texte, die ich gelesen hatte. Aber die Berechnung, die mit weitaus höherer Mathematik als der der Psychologen und Biologen betrieben wurde, brachte kein Ergebnis. Ich berechnete, daß Erinnerung in einer gewissen Geschwindigkeit „gemacht“ wurde und in den mit Löchern versehenen Proteinmolekülen, in der kleinsten Energieform, die wir in der Physik aufgezeichnet hatten, gespeichert wurde. Aber trotz der enormen Anzahl der molekularen Löcher und dem ausreichenden Umfang an Erinnerung ergab das ganze Projekt nur dieses Ergebnis: Ich war gezwungen, daraus zu schließen, daß, egal wie liberal ich auch werden würde, sogar mit diesem, sicherlich unterhalb des Zellniveaus liegendem System, das Gehirn nicht mehr Speicherplatz als für drei Monate Erinnerung hätte. Und wegen der Tatsache, daß ich mich lebhaft an Dinge, die vor dem Anfang des Semesters lagen, erinnern konnte, war ich überzeugt davon, daß entweder der Verstand sich an nichts erinnern konnte oder daß viel kleinere Energieteilchen, als uns in der Kernphysik bekannt waren, existierten.
Amüsanterweise kam ein Jahrzehnt später diese Theorie, die ich, einschließlich der Ziffern, einem sehr berühmten Psychiater zukommen ließ, als eine österreichische „Entdeckung“ zurück und wurde in weiten Kreisen als Wahrheit akzeptiert. Ich habe mich immer über die Achtlosigkeit der Psychiater gewundert, daß die letzte Seite verlorenging, die durch dieselben Berechnungen aussagte, daß der Verstand sich nicht erinnern kann.
Nachdem ich das alles für eine lange Zeit beiseite gelegt hatte, wurde ich jedoch von der Physik selbst an meine Berechnungen erinnert. Es gibt einige merkwürdige, wahrnehmbare Bewegungen in atomaren und molekularen Phänomenen, die nicht völlig erklärbar sind, und mit der Annahme, daß eine „kleinere“ Energie möglicherweise die Bewegungen zwischen den größeren Teilchen verursachen könnte, sah ich mich der Grobheit der Meßausrüstung gegenüber, mit der wir in Physik immer gearbeitet haben. Wir haben sogar heute nur Elektronenströme, um „klein zu sehen“. Ich war so betroffen von der riesigen Terra Incognita, in die die Physik noch einzudringen hatte, daß es mir viel einfacher schien, zu tun, was ich letztendlich tat, ich ging weg und wurde ein Science-fiction-Autor.
Ein ziemlich romantisches Leben als Autor in New York, in Hollywood und dem Nordwesten führend, ging ich zur Entspannung auf Expeditionen zu primitiven Kulturen ins Ausland, tat mit meiner Forschung wenig bis 1938, als eine ziemlich schreckliche Erfahrung meine Gedanken diesem Ding näherbrachte als mein gewöhnlicher Gedankengang. Ich starb während einer Operation, als ich unter Betäubung war.
Durch eine rasche Adrenalinspritze in das Herz wurde ich zu einem unwillig gelebten Leben zurückgebracht. Ich habe meine Retter ziemlich erschreckt, als ich mich aufsetzte und sagte: „Ich weiß etwas, wenn ich mich nur besinnen könnte.“
In meiner Waldhütte im Nordwesten hatte ich ziemlich lange daran zu denken. Die Erfahrung hatte mich krank genug gemacht, um mich in einer Lesestimmung zu halten, und ich kam für einige Wochen nicht weit von meiner Teekanne, einer Decke und Büchern weg.
Die Bestürzung, die ich denen verursachte, die mir „am nächsten“ standen, als ich sie mit dem Abenteuer des Todes zu erfreuen trachtete, amüsierte mich. Sie waren nicht verstört darüber, daß ich tatsächlich, völlig medizinisch und leichenhausreif gestorben war, sondern sie waren bestürzt darüber, daß ich darüber sprechen würde. Ich entschied, daß das Thema nicht populär sei, trotzdem prüfte ich die ziemlich umfassende Bibliothek, die ich hatte und worauf ich stolz war, und fand, daß die Sache in menschlicher Erfahrung nicht unbekannt war und daß ein Kerl namens Pelley sogar eine beträchtliche religiöse Forschung darüber ins Leben gerufen hat. Ziemlich plausibel, er ging in den Himmel und kam zurück und lebte, um darüber zu erzählen.
Die psychiatrischen Texte, die ich nahebei behalten hatte, um meinen erfundenen Doktoren unaussprechbare Beschwerden in den Mund zu legen, waren genauso gründlich bestürzt wie meine nächsten Angehörigen. Sie bezeichneten solche Erfahrungen mit dem schönen häßlichen Namen „Selbsttäuschung“ und machten fette Absätze aus dieser geistigen Ungesundheit. Nur in bezug auf die Ungesundheit konnte ich mit ihnen übereinstimmen. Ich habe immer, werde immer und hatte damals Sterben als ungesund betrachtet. Sie schienen ebenfalls zu glauben, daß Menschen, die starben, tot bleiben sollten. Mit der Schlußfolgerung, daß das Wenige, das sie über solche Vorkommnisse wußten, am besten mit den bändefüllenden Unschlüssigkeiten, über die sie schrieben, ausgedrückt war, wendete ich mich den klassischen Philosophen zu und, während diese viel zu sagen hatten, war sehr wenig davon kurz und zutreffend.
Nachdem ich ungefähr zweihundertfünfzig Kilo Text durchgestreift hatte, erkannte ich, daß einige Dinge mein Leben etwas mehr änderten als nur das Sterben. Während dieser Wochen in der Hütte drängten meine Studien mich auf einige Schlußfolgerungen hin. Erstens zog ich den Schluß, daß Sterben nicht sehr schädlich war. Zweitens folgerte ich, daß der Mensch, als ein gebildetes Ganzes, verdammt wenig über das Thema wußte. Ich folgerte, daß der Mensch – komme was wolle – besser nicht nur ein bißchen mehr über das Sterben, sondern viel mehr über den Menschen wissen sollte.
Und dies formte mein Schicksal.
![]()
| Zurück | Glossar von Scientology Ausdrücken | Inhaltsverzeichnis | Weiter |
| Umfrage über diese Scientology Site | Sites bezüglich Scientology | Buchladen | Heim |
info@scientology.net
L. Ron Hubbard the Philosopher |L. Ron Hubbard , Der Philosoph |L. Ronald Hubbard : El Filósofo |L. Ron Hubbard , Le Philosophe |L. Ron Hubbard : Il Filosofo | Scientology Handbuch | Scientology (Italiano) | Scientology | L. Ron Hubbard Der Schriftsteller | Wer ist L. Ron Hubbard? | L. Ron Hubbard Offizielle Seite | Ehrungen und Anerkennungen für L. Ron Hubbard | L. Ron Hubbard und andere Referenzen | L. Ron Hubbard - Freiheitskämpfer | L. Ron Hubbard - Artikle und Aufsätze |© 1997-2004 Church of Scientology International. Alle Rechte vorbehalten.
Für Informationen über Warenzeichen