Weil Leute, wenn sie an den Tod denken, an Verlust denken und hastig etwas an sich reißen. Das erklärt das Verhalten von Angehörigen, wenn jemand aus ihrer Familie gestorben ist. Sie kommen alle herbei, reißen all die Kleider der Person auseinander und kämpfen miteinander um den Besitz. Sie leben immer noch, aber sie haben einen Verlust an Havingness [Haben] erlitten und schauen sich die Besitzgegenstände dieser Person genau an – in gewissem Maße versuchen sie tatsächlich, die Person zurückzuholen. Sie meinen, daß sie die Person zurückbekommen werden, wenn sie nur genug Besitzgegenstände an sich reißen können. Tatsächlich sind sie gar nicht so habgierig, wie es den Anschein hat; sie sind einfach einem Zwang unterworfen.

     Ich habe zum Beispiel gesehen, wie Angehörige die verrücktesten Dinge an sich nahmen. Ich sah einmal eine alte Dame, die aufgrund der Tatsache, daß man ihr die Meerschaumpfeife von jemandem nicht überlassen wollte, einen regelrechten Schreianfall bekam. Ich wies sie darauf hin, daß sie doch gar keine Meerschaumpfeife rauche. Sie blickte mich irgendwie entgeistert an, kam wieder zu sich, sagte: „Dann eben nicht!“ und gab sie einem anderen. Es war ein Andenken, ein Symbol der Person, die gerade verschieden war.

[Pull Quote]

     Das genaue Verhalten beim Tod kann von Person zu Person verschieden sein. Eine Person, die eine ungeheure Menge von Dingen „haben“ mußte, würde sich einfach so weit vom Körper entfernen und sagen: „Es ist mir egal, ich will sowieso nicht leben, ich bin in diesem ganzen Leben sehr unglücklich gewesen, und ich bin wirklich froh, daß es mir egal ist.“

     Jemand anders würde vielleicht nicht einmal darüber nachdenken. Jedoch ist eine solche Person so wenig am Leben gewesen, als sie noch lebte, daß ihre Lebendigkeit, nachdem sie tot ist, unbedeutend ist.

     Lassen Sie uns einen Menschen anschauen, der einigermaßen stark und fähig ist. Es gibt eine recht interessante Reaktion zum Körpertod: „Denen werde ich zeigen, daß sie mich nicht aus dem Spiel nehmen können.“ Es macht ihn wütend und regt ihn auf, und er rast quer über das halbe Land, sieht eine Entbindungsanstalt und schnappt sich einen Baby-Körper.

     Die Exteriorisation, die zur Zeit des Todes auftritt, ist sehr interessant, weil die Person sich deren vollständig bewußt ist. Die Person weiß, wer sie ist; sie hat für gewöhnlich ein recht gutes Wahrnehmungsvermögen; sie weiß, wo ihre Freunde sind. Jemand, der daherkommt und auf dieses phantastische geistige Phänomen hinweist, daß einem Freund jemand erschienen ist, der mehrere tausend Meilen entfernt gestorben war, ähnelt einer Person, die sehr überrascht darüber ist, daß in einem Restaurant die Kellnerin an den Tisch kommt.

     Daß Leute in der Nacht aufwachen und sich bewußt werden, daß jemand eines gewaltsamen Todes gestorben ist, geschieht wegen des Ausmaßes an Verwirrung, die auf ein Wesen eingeworfen wird, wenn sein Körper getötet wird. Wenn jemand plötzlich gewaltsam getötet wird und sehr darüber überrascht ist, kann er genügend bestürzt und nicht gelassen über die ganze Sache sein, daß er umhergehen und in einer furchtbar wilden Hast seine nächsten Angehörigen und übrigen Freunde besuchen wird, um sich selbst zu versichern, daß er nicht ins Fegefeuer oder sonst wohin gekommen ist.

     Er hat den Verlust von Masse erlitten. Wenn Sie ein Auto draußen auf der Straße geparkt hätten und in der vollen Erwartung hinausgingen, das Auto dort vorzufinden, und es verschwunden wäre, dann wären Sie bestürzt. Dies ist ungefähr die geistige Verfassung, in der sich ein Thetan für gewöhnlich befindet, wenn er feststellt, daß sein Körper tot ist. Sein Hauptgedanke ist, sich einen anderen Körper zu schnappen. Das kann er tun, indem er ein kleines Kind sucht, das er wieder zum Leben erwecken könnte.

     Aber normalerweise geht er etwa zu dem Zeitpunkt in einen Körper hinein, den wir als Übernahme bezeichnen. Die Übernahme geschieht in den meisten Fällen wenige Minuten nach der Geburt. Das Baby wird geboren, und dann nimmt sich ein Thetan den Baby-Körper.

     Wie verhalten sich Thetane, wenn sie plötzlich keine Körper mehr haben? Sie verhalten sich wie Menschen. Sie halten sich in der Nähe von Leuten auf, sie sehen eine schwangere Frau und folgen ihr die Straße entlang. Oder sie halten sich am Eingang zu einer Unfallstation auf und finden einen Körper, der total demoliert ist; und das Wesen, das diesen Körper hatte, hat sich davongemacht oder ist gerade dabei, sich davonzumachen. Er könnte sich sogar diesen Körper nehmen und so tun, als sei er jemandes Ehemann.

     Thetans machen alle möglichen merkwürdigen Dinge. Es gibt keine Norm dafür, wann ein neuer Körper genommen wird, falls dies überhaupt geschieht, außer daß es für gewöhnlich (wenn der Thetan nichts anderes vorhat) zwei oder drei Minuten nach der Entbindung eines Kindes von der Mutter stattfindet. Ein Thetan übernimmt einen Baby-Körper üblicherweise etwa dann, wenn dieser seinen ersten Atemzug macht.

     Würde der Körper weiterleben, wenn ihn kein Thetan übernimmt? Das ist hier nicht die Frage. Die Frage ist, wie schnell man sich einen Körper nehmen kann, bevor ihn ein anderer kriegt. Daher ist damit eine gewisse Besorgnis verbunden.

     Thetane sprechen oft sehr interessante Gebete, in dem Augenblick, wo sie sich einen Körper nehmen. Sie widmen sich seinem fortwährenden Wachstum und der Familie und vollziehen alle möglichen wunderlichen Rituale – sie sind so glücklich darüber, einen Körper zu bekommen. Das Merkwürdige daran ist jedoch, daß sie ihr Gedächtnis nicht abschalten, bis sie einen anderen Körper übernehmen. Das Gedächtnis wird tatsächlich erst mit dem Übernehmen des neuen Körpers abgeschaltet.

     Der Tod ist an sich eine technische Angelegenheit. Sie können einem Ehemann, dessen Frau gerade gestorben ist, mit beträchtlicher Überzeugung versichern, daß sie gut durchgekommen ist und daß sie woanders hingeht, um sich einen neuen Körper zu holen. Wenn Sie hinzukämen, während sich diese Person noch mit Ihnen verständigen könnte – in den letzten Augenblicken – so würden Sie feststellen, daß sie gewöhnlich schon etwas ins Auge gefaßt, etwas geplant hat.

     Normalerweise macht sich die Person nicht einfach davon und vergißt alles. Sie verläßt den Körper in dem vollständigen Bewußtsein ihrer Identität und hält sich noch eine ganze Weile in der Nähe auf. Sie ist gewöhnlich bei der Beerdigung dabei – sicher sogar. Sie hält sich sehr häufig bei ihren Besitzgegenständen auf, um zu sehen, ob sie nicht mißbraucht werden. Außerdem kann man sie verstimmen, wenn ihre Wünsche in bezug auf bestimmte Dinge nicht ausgeführt werden.

     Es kam vor, daß Leute von Thetanen dafür bestraft wurden, daß sie nach dem Tod deren Wünsche nicht ausführten. Die Leute sagten dann, dies sei Aberglaube, und die Wissenschaft war gegen Aberglauben. Nun, es ist recht interessant, daß wir beim Herausfinden, was Wissenschaft und was Aberglaube ist, festgestellt haben, daß ein Wesen zu beinahe allem fähig ist, vorausgesetzt, daß es innerhalb seiner Fähigkeit durchzuführen ist.

     Ihre Brieftasche zu verlieren, einige geschätzte Besitzgegenstände oder Ihren Körper, sind alle gleichwertig. Aber wegen dem Mechanismus des Vergessens wird ein großes Mysterium daraus gemacht.

     Das ist das Phänomen des Todes. LRH’s Signature


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