Eine Anmerkung zu Früheren leben von L. Ron Hubbard


F
rühere Leben oder Zeiten, die oder in denen wir einst gelebt haben, werden von der Schmerzhaftigkeit der Erinnerung an diese vergangenen Existenzen unterdrückt.

     Die Erinnerung ist in geistigen Eindrucksbildern enthalten, die bei genauem Anschauen eine Realität entwickeln können, die „realer“ als die Gegenwart ist.

     Wenn eine Person ohne entsprechenden Grund gefoltert oder getötet worden ist, veranlaßt diese Ungerechtigkeit sie dazu, dagegen zu protestieren, indem sie das Bild dieses Geschehnisses „in der Zeit schwebend“ hält.

     Um die Erinnerung an die gesamte Existenz eines Menschen wiederherzustellen, ist es erforderlich, ihn auf eine Stufe zu bringen, auf der er fähig ist, derartigen Erlebnissen ins Auge zu sehen.

     Ein Mensch, der unter Gedächtnisschwund leidet, gilt als krank. Was ist mit einem Menschen, der sich nur an das jetzige Leben erinnern kann? Wäre dies dann nicht ein Fall von Gedächtnisschwund in größerem Rahmen?

     Psychosomatisch herbeigeführte Krankheiten wie Arthritis, Asthma, Rheumatismus, Herzbeschwerden und viele andere mehr – insgesamt 70% der Krankheiten von Männern – und auch von Frauen – sind in hohem Maße die Reaktion des Körpers auf ein schmerzhaftes geistiges Eindrucksbild oder Engramm. Wenn dieses Bild ausgelöscht wird – falls es das richtige Bild ist –, wird die Krankheit gewöhnlich nachlassen.

     Tatsächliche Fieber und Schmerzen und so weiter können bei einer Person einfach dadurch auftreten, daß eine Restimulation (das Reaktivieren eines vorhandenen Geschehnisses) geistiger Eindrucksbilder erfolgt.

     Das Zurückgewinnen vollständiger Erinnerung könnte als ein Ziel des Auditings bezeichnet werden.

     Frühere Leben sind nur für diejenigen „unglaublich“, die sich nicht wagen, ihnen gegenüberzutreten. Bei anderen kann die Tatsache früherer Existenzen schnell subjektiv in Erfahrung gebracht werden.

     Seitdem Dianetik den Anstoß für den Fall Bridey Murphy gegeben hat, sind viele interessante Fälle verzeichnet worden. Bei diesem Fall handelte es sich um ein kleines Mädchen von etwa fünf Jahren, das eines Tages in der Kirche zurückblieb und dem Geistlichen anvertraute, daß es sich um „Ehemann und Kinder“ Sorgen mache. Anscheinend hatte es sie nicht vergessen, nachdem es aus einem anderen Leben fünf Jahre zuvor „geschieden war“.

     Der Geistliche rief nicht gleich die Männer in den weißen Kitteln herbei. Stattdessen befragte er das aufrichtig besorgte Kind eingehend.

     Das Mädchen berichtete ihm, daß es in einem benachbarten Dorf gelebt hatte und was ihr Name gewesen war. Es erzählte, wo ihr ehemaliger Körper begraben worden war, gab ihm die Adresse des Ehemannes und der Kinder und alle ihre Namen und bat ihn, hinzufahren und herauszufinden, ob es ihnen gut gehe.

     Der Geistliche unternahm die Reise. Zu seiner großen Verwunderung fand er das Grab, den Ehemann und die Kinder, und er fand all das heraus, was sich inzwischen zugetragen hatte.

     Am darauffolgenden Sonntag teilte er dem kleinen, fünfjährigen Mädchen mit, daß es den Kindern gut gehe, daß der Ehemann wieder glücklich verheiratet sei und daß das Grab ordentlich gepflegt werde.

     Das Mädchen war sehr zufrieden und bedankte sich herzlich bei dem Geistlichen – und konnte sich am nächsten Sonntag an nichts mehr davon erinnern!

     Frühere Leben sind nicht dasselbe wie die Theorie, die im Hinduismus „Reinkarnation“ genannt wird. Das ist eine komplizierte Theorie verglichen damit, einfach immer wieder zu leben, einen neuen Körper zu bekommen, diesen schließlich zu verlieren und wieder einen neuen zu bekommen.

     Falls Sie die Tatsachen über frühere Leben verfolgen wollen, lassen sich diese am besten vom Standpunkt eines Preclears aus sehen, der sich in den Händen eines kompetenten Auditors befindet. Die hypnotische Behandlung dieser Dinge wird nicht angeraten. Nur durch höhere Bewußtseinsstufen kann man lernen – nicht durch tiefere Stufen der Bewußtlosigkeit.

     Eine amüsante Nebeninformation zu früheren Leben ist die Fixierung auf eine berühmte Person. Dies hat, mehr als alles andere, frühere Leben in Verruf gebracht. Es gibt immer einen Verrückten, „der Napoleon war“, immer irgendein Mädchen, „das Katharina die Große war“. Offensichtlich heißt das, daß die Person, die ein Zeitgenosse einer berühmten Person gewesen ist, damals so erfolglos war, daß sie in bezug auf die große Persönlichkeit ein „Dub-in“ [eingebildete Erinnerung] entwickelte. Ein Auditor, der auf einen „Beethoven“ stößt, findet, nachdem der Preclear eine Weile darauf auditiert worden ist, heraus, daß der Preclear in jenem Leben in Wirklichkeit ein Leierkastenmann war – und nicht Beethoven!

     Aber alle Regeln haben Ausnahmen, und ein Auditor stieß einmal auf einen Preclear, der behauptete, Jim Bowie gewesen zu sein, jener berühmte amerikanische Abenteurer und Pionier, der in dem noch berühmteren Alamo in Texas gefallen war – und nach viel Arbeit und großer Skepsis stellte er fest, daß er wirklich Jim Bowie vor sich hatte!

     Menschen haben auch als Tiere gelebt, und vielleicht haben einige Tiere als Menschen gelebt. Es gibt offensichtlich keine stufenweise Skala des Fortschrittes, wie sie die Theorien der Reinkarnation beschreiben; es gibt jedoch Aufzeichnungen von Fällen, in denen Preclears gesund wurden, nachdem ein Leben als Hund oder als ein anderes Tier durch einen Auditor herausauditiert worden war.

     Ein Fall, ein psychotisches Mädchen, wurde wieder gesund, nachdem ein Leben als Löwe, der seinen Wärter aufgefressen hatte, vollständig ausauditiert worden war!

     Wir kannten auch Pferde und Hunde mit „menschlicher Intelligenz“. Vielleicht waren sie gerade Generäle oder Staatsminister gewesen und ruhten sich nun ein oder zwei Leben lang aus, um ihre Magengeschwüre auszukurieren!

     Wenn wir Kinder im Licht des Wissens über frühere Leben betrachten, müssen wir unsere Ansichten über die Ursachen kindlicher Verhaltensweisen neu überdenken.

     Offensichtlich ist das neugeborene Kind kurz vorher als Erwachsener gestorben. Daher neigt es einige Jahre lang zu Phantasien und ist leicht zu erschrecken; es braucht sehr viel Liebe und Sicherheit, um eine Lebensperspektive zurückzugewinnen, mit der es leben kann.

     Im Bereich der Forschung und Anwendung von Dianetik und Scientology ist das Leben niemals langweilig. Das Motto ist: Was ist, das ist; nicht, was wir uns wünschen, es wäre.

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